12.7.08

Visionen

Besten Dank, Frankfurter Rundschau, daß ich mir heute schon zum Frühstück die Fressen von vier Leistungsträgern aus der Werbebranche anschauen muß. Und als ob das nicht schon genug zum Kotzen wäre, steht auch noch dabei, was die Herren zum Thema "Wie kommt die Marke SPD aus der Krise?" zu sagen haben (FR 12.07.2008:44/45). Dabei stammt der mit Abstand dämlichste Beitrag aus dem Hause Springer & Jacoby, was auch daran liegen mag, daß (gottlob) niemand von Jung von Matt gefragt worden ist. Andererseits hat nun wirklich niemand den Springer & Jacoby-Chef Öztürk gezwungen, Sätze wie diesen zu Protokoll zu geben: "Wir können momentan unglaublich viel von Amerika lernen." Muß man völlig verblödet sein, um ernsthaft zu glauben, irgendjemand könnte unglaublich viel von Amerika lernen? Oder genügt es schon, in der Werbebranche beschäftigt zu sein, wo man ohnehin sein Geld damit verdient, die Leute zu verarschen? Schwer zu sagen, denn es geht gleich noch dümmer weiter: "Zum Beispiel von Barack Obama, der einfach mit Change als Vision antritt. So eine Vision wäre für die SPD entscheidend." Change, okay. Aber was? Und wohin? Man mag von Obama halten, was man will, aber seine Wahlkampagne findet bis jetzt - abgesehen von der Schlammschlacht mit seiner innerparteilichen Konkurrentin, wovon wir unter Garantie unglaublich viel lernen können - ungefähr auf dem Niveau von "Wir können es schaffen" statt, damit es auch die letzte der Dumpfbacken, von denen er gewählt werden will, versteht. Fürwahr eine Vision.

Bei Öztürks Kollegen findet man unter all dem branchenüblichen sinnentleerten Geblubber ("Letztlich gilt es, Gefühle und Emotionen auszulösen"; "Ohne einen emotionalen Rückgriff auf ihre Wurzeln und ein passgenaues Storytelling sind zukünftige Erfolge der Sozialdemokraten bislang kaum denkbar") wenigstens noch einige Sätze, die sich tatsächlich mit den Inhalten der SPD bzw. - in der Diktion dieser Industrie - ihrem Markenkern beschäftigen. Detmar Karpinski von der Agentur KNSK, die zweimal Wahlkampf für die SPD gemacht hat, gibt zu bedenken: "Das Produkt ist entscheidend, Werbung kann nur Katalysator sein. Und beim Produkt hat die SPD momentan ein Problem, das für jeden sichtbar ist und das man mit Werbung nur schwer kaschieren kann". Bei Springer & Jacoby ist man dagegen weit entfernt davon, sich über solche Nebensächlichkeiten wie die Eigenschaften des zu vermarktenden Produkts irgendwelche Gedanken zu machen. Zu Inhaltlichem verlautet Öztürk nichts. Null. Nada. Stattdessen muß ein "charismatischer Führer" her, seit 1933 klares Erfolgsrezept in diesem Land. Also eher Steinmeier statt Beck, am besten aber jemand wie Obama - oder wie Steve Jobs, "ein sehr charismatischer Manager, der die Marke Apple lebt und sie emotional auflädt". Und wofür würde der dann wohl stehen, so in der SPD? Scheißegal, denn "die Partei muss einen Kanzlerkandidaten präsentieren, der glaubhaft vermittelt: Wir wollen gewinnen". Und das war's dann inhaltlich. Lernen von Amerika, wunderbar.

Mit "Produktinformation" hat moderne Werbung schon lange nichts mehr zu tun. Man kann aus der Werbung allerhand erfahren, wenn man nicht schnell genug umblättert respektive aufs Klo verschwindet, nur nichts über das beworbene Produkt. Ob das Getränk wirklich gut schmeckt, wie lange das elektronische Gerät hält, ob die Versicherung wirklich alles abdeckt - für Werbezwecke völlig irrelevant, sofern das Markenimage stimmt. Fröhliche Menschen beim Feiern für die Getränkewerbung, Klaviermusik und beruhigende Männerstimme für die Versicherungsreklame, der tausendste austauschbare Slogan dazu, und der Konsument wird's schon kaufen. Emotionen! Bloß keine Argumente! Hier liegt nicht der unwichtigste Grund dafür, daß die heutige Wirtschaft so pervers funktioniert, wie sie funktioniert. Rationale Kaufentscheidungen? Mündiger Konsument? Lieber wird in die Verblödung der Verbraucher investiert. Und das Ganze nennt sich dann "Kommunikation".

Nicht unbedingt ein Zufall, daß exakt Springer & Jacoby in diesem Bereich neue Maßstäbe in punkto Ekligkeit gesetzt hat. Vermutlich ein Teil der Unternehmensphilosophie. Bonaqua ist ein sogenanntes Tafelwasser, sprich: mit Kohlensäure versetztes Leitungswasser. In der Herstellung mit das Billigste, was man überhaupt produzieren kann. Nun bedeutet aber "Markenprodukt" schon sehr lange nicht mehr, daß man es mit einem qualitativ hochwertigen Produkt zu tun hat, sondern mit einer kostenintensiv aufgebauten Marke. Das Geld, das man bei der Produktion spart, fließt in die Werbung. Der Nutzen, den der Verbraucher aus dem Konsum ziehen soll, liegt nicht etwa in den Eigenschaften des Produkts begründet - wo kämen wir denn da hin! -, sondern in dem Gefühl, etwas Tolles zu konsumieren. Emotionen, wir erinnern uns? Im Fall Bonaqua heißt das: Wir brauchen einen finanzkräftigen Konzern, dem die Marke gehört: Coca-Cola, kein Problem - und eine Agentur wie Springer & Jacoby, der es vor nichts graust: Müller-Milch, Springers Welt, DaimlerChrysler, beste Referenzen. Und was kommt dabei als einziges armseliges Argument, Verzeihung, als unique selling proposition raus, Bonaqua zu trinken? Daß Johannes B. Kerner - von allen Menschen Johannes B. Kerner! - es auch trinkt. Ich korrigiere mich: Daß Johannes B. Kerner für viel Geld bereit ist, zu behaupten, er würde es auch trinken. Fertig ist die Marke. Oder mit den Worten von Oliver Schwall (keine Witze über Namen) von Springer & Jacoby: "In der Werbung spricht man dann von Opinion-Leadern, wenn die es schon tun, dann werde ich es auch tun. Das ist sicherlich einer der großen Effekte. Man kauft sich halt damit Glaubwürdigkeit und Aufmerksamkeit." Soviel zur Frage, wieviel "Glaubwürdigkeit" in der Werbebranche wert ist. Ein Gebrauchtwagenhändler verdient nur weniger. Und er hat mehr Anstand.

Das Schlimme: Es funktioniert. Es rechnet sich mehr, den letzten Müll aufwendig zu vermarkten, als ein brauchbares Produkt herzustellen. Die Implikationen für die Wirtschaft sind verheerend genug. Für die Politik heißt das: Wir können das bißchen Demokratie, das man uns zugesteht, komplett vergessen, wenn sich die Methode Kerner endgültig durchgesetzt hat. Und wir sind schon auf dem besten Weg dorthin. Personen statt Programme, Emotionen statt Aussagen, das Stimmvieh so simpel wie möglich ansprechen - genau das, was man für ein funktionierendes demokratisches System braucht. Das heißt, sofern man will, daß es so funktioniert wie in Amerika. Dazu braucht man nur eine gehörige Portion Zynismus. Und den haben Öztürk und Kollegen im Überfluß. Wir können es schaffen. Ihr werdet es schaffen.

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7.7.08

Erlebnis Werbung

"Haben Sie gefunden, was Sie suchen?", fragt mich Amazon.de sehr aufmerksam. Nein, habe ich nicht, ich suche nämlich immer noch meine verschlampte "Reflections of Bach"-CD von Jacques Loussier. Amazon konnte mir wenigstens sagen, was eigentlich für Stücke auf der CD wären, läßt es dabei aber leider nicht bewenden, sondern gibt mir am Ende der Seite noch einen "gesponserten Link" mit auf den Weg: Das Palmolive Erlebnis - Entfliehen Sie mit Palmolive dem Hier und Jetzt - Momente der Ruhe. Wie kommt Amazon von der Suche nach "Reflections Bach" auf Seife? Gibt es einen inneren Zusammenhang zwischen klassischer Musik und Hygiene, der sich nur Marketingfachleuten erschließt?

Vor vielen Jahren gab es eine Fernsehwerbung für den "Weißen Riesen", in der Aufnahmen einer unglaublich langen Wäscheleine mit der Morgenstimmung aus Griegs Peer-Gynt-Suite untermalt wurden. Seit dieser Zeit kann ich das Stück nicht mehr hören, ohne an Waschmittel zu denken. Genau das ist einer der vielen Gründe, warum ich (wie mehrfach erwähnt) Werbung so hasse - mal ganz abgesehen von der Verstümmelung der Sprache durch Marketinglyrik und Deppenleerzeichen: Palmolive Erlebnis - wieviel blöder geht es noch?

Der Effekt, daß der Konsument ein wunderschönes Stück klassischer Musik bis an sein Lebensende mit einem Waschmittel assoziiert, ist ja kein Kollateralschaden des Marketings, sondern exakt das, worauf moderne Werbemethoden abzielen. Und es ist nicht nur die Musik. Was auch immer benutzt werden kann, um irgendwelchen Schwachsinn zu verkaufen, wird benutzt, ganz egal, auf welchem kulturellen Erbe man gerade herumtrampelt. Oder erinnert sich noch irgendwer an den ursprünglichen Sinn von Weihnachten? Ein bemerkenswerter Tiefpunkt war erreicht, als Martin Luther Kings "I have a dream" seinerzeit für die aggressive Kampagne des Mobilfunkanbieters Quam herhalten mußte. Quam ist mit Pauken und Trompeten untergegangen. Die Einstellung ist geblieben. Was auch immer die Leute hören, was auch immer sie sagen, was auch immer sie denken - es muß gefälligst mit Produkten zu tun haben.

Und wie weit geht Amazon? Dieser Frage bin ich mit dem Godwin-Test nachgegangen. Der Suchbegriff "Holocaust" ergibt neben tausenden Artikelempfehlungen tatsächlich auch einen gesponserten Link, immerhin von Arte. Nur bei "Hitler" - keine Werbung? Vermutlich nur eine Frage der Zeit. An Anstand will ich nicht so recht glauben.

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21.2.08

Theorie und Praxis

Die Marktwirtschaft wäre eine feine Sache, wenn man sie nur machen ließe. Beispielsweise ist der Wettbewerb, um den sich alles dreht, gar kein so dummes Konzept. Wenn aber die Konkurrenz einfach aufgekauft wird, frißt der Kapitalismus die Marktwirtschaft. Und der in der Theorie zentrale Vorteil der Markt- gegenüber der Planwirtschaft, die bedarfsgerechte Produktion, wird durch die bunte Welt der Werbung völlig seines Sinns entleert. Was irgendjemand wirklich braucht, spielt längst keine Rolle mehr. "The idea that people know what they want is wrong", hat angeblich vor Urzeiten eine Vizepräsidentin von MSN gesagt; den Satz wird jeder beliebige Werber gerne unterschreiben. Aber nicht nur in dem, was jemand braucht, sondern auch in dem, was jemand kriegt, hat das System modernen Marketings nichts mehr mit dem marktwirtschaftlichen Erfordernis rationaler Nachfrageentscheidungen gemein. Werbung tut alles andere, als Informationen über verschiedene Produkte zu liefern und sie so rational vergleichbar zu machen. Ganz früher bedeutete eine Marke, daß man eine bestimmte Qualität der Ware erwarten konnte. Heute haben Marken nur noch mit Imagewerbung zu tun und nichts mehr mit den tatsächlichen Eigenschaften eines Produktes. (Mit Ausnahme des Preises. Der ist nämlich höher.)

Und damit kommen wir zu meinem ganz profanen Problem: Ich würde mir gerne eine Zigarette anstecken. Das Feuerzeug ist leer, deswegen soll mir eine Schachtel Europa-Zündhölzer helfen, die ich irgendwo mitgenommen habe. Kenne ich noch von früher: Das waren seinerzeit simple Streichhölzer, die zuverlässig getan haben, was man von ihnen wollte - Feuer geben. An der Streichholzschachtel, die jetzt vor mir liegt, fallen mir zwei Dinge auf, die neu sind. Erstens: Die Streichhölzer sind beschissen. Sie brechen ab oder krepieren. Zweitens: Hinter dem Namen steht jetzt "TM". Markenzündhölzer, geschützes Warenzeichen, mit Brief und Siegel. Alles wunderbar, nur brennen tun sie nicht. Marx hätte seine Freude dran.

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14.12.07

Sie sind bereits Kunde?

Helke Heidemann-Peuser, Verbraucherzentrale Bundesverband: "Die Beschwerden betreffen auch seriöse Unternehmen, auch Marktführer sind dabei, es ist also inzwischen wirklich zu einem Massenphänomen geworden."
(Report München: Verbraucherschützer schlagen Alarm - Immer mehr ahnungslose Bürger werden am Telefon abgezockt)

Die Telekom hat ihre Call & Surf-Aktion schon wieder verlängert. Eine ähnliche Aktion gab es bereits im Sommer, im Herbst wurde sie neu aufgelegt und sollte "nur bis 15.12.2007" gelten, aktuell gilt sie "nur bis 13.01.2008". Der Ausnahmezustand als Normalfall - das erinnert nicht nur an Carl Schmitt oder den "Krieg gegen den Terror", sondern auch an jene Teppichhändler, bei denen ein Räumungsverkauf ("Geschäftsaufgabe!!!") den nächsten jagt.

Eine wichtige und auch für Telekom-Mitarbeiter nicht ganz einfach zu beantwortende Frage ist die, ob das Angebot nicht nur zur Neukundenwerbung da ist, sondern auch für Bestandskunden gilt - offenbar nur dann, wenn deren Mindestvertragslaufzeit bis auf vier Monate abgelaufen ist. Bemerkenswert daran: Im Sommer, während der ersten Aktion, wurde ich (wie viele andere auch) permanent angerufen, ob ich denn nicht von meinem derzeitigen Call & Surf-Tarif für 49,95 Euro auf den von der Leistung her identischen neuen Call & Surf-Tarif für 45,95 Euro umsteigen wolle. Der Haken dabei, der mir bei den ganzen Anrufen auch auf explizite Nachfrage nach Nachteilen nur ein einziges Mal mitgeteilt wurde, war genau die Verlängerung der Mindestlaufzeit von 12 auf 24 Monate. Heißt: Hätte ich damals am Telefon nicht gesagt "Warum rufen Sie mich eigentlich an, obwohl bei der Telekom vermerkt ist, daß ich keine Telefonwerbung wünsche?", sondern "Aber ja! Warum sollte ich nicht für die gleiche Leistung fünf Euro weniger bezahlen wollen, wenn es - wie Sie sagen - keine Nachteile gibt?", hätte ich mich nicht nur für 24 weitere Monate an die Telekom gebunden, sondern dürfte auch (fast) diese ganze Zeit lang zusehen, wie im Rahmen immer neuer Aktionen der Preis ständig weiter gesenkt wird (aktuell 39,95 Euro), während ich den alten, höheren Preis weiterzahlen muß. Monat für Monat.

Der Unterschied zwischen Neukunden und Bestandskunden illustriert recht schön, wie das System der "Kundenorientierung" funktioniert: Für die nur potentiellen Kunden gibt es bunte Werbezettel und Versprechungen aus der Marketingabteilung, für die geworbenen Kunden gelten dann das Kleingedruckte und die Vertragsbedingungen aus der Rechtsabteilung. Bestandskunde zu sein heißt: Wir haben dich schon am Haken. Bestandskunde zu sein heißt: Wir holen jetzt aus dir raus, was geht. Ist nicht persönlich gemeint, aber wir müssen schließlich auf den Börsenkurs achten. Diese Auffassung vom Kunden als Beute wird langsam zur Kultur aller Wirtschaftsbereiche. Die Telekommunikationsbranche macht dabei vor, wie es geht:

In der Verbraucherzentrale gingen in den letzten Tagen zahlreiche Beschwerden über die Firma "TSD telecom service deutschland GmbH & Co. KG" ein. Von diesem Unternehmen erhielten die Betroffenen ein Schreiben, auf dem es großzügig hieß: "Gratis: 500 Gesprächs-Minuten". Viele störten sich auch nicht daran, dass sie den Empfang des Schreibens quittieren sollten.
Der Schreck kam jedoch, nachdem die Unterlagen genau unter die Lupe genommen wurden. Mit der vermeintlichen Empfangsbestätigung haben sie nämlich einen "Freischaltungsauftrag" für einen Preselection Vertrag von der Firma freenet erteilt.
Hintergrund des Ganzen ist das sogenannte Postident-Verfahren der Deutschen Post AG. Dieses bietet die Möglichkeit, die Identität einer Person festzustellen und per Post Verträge abzuschließen.
"Viele Postkunden kennen das Verfahren jedoch noch nicht und glauben, sie würden mit ihrer Unterschrift lediglich den Empfang des Briefes bestätigen. In Wirklichkeit kommt mit der Unterschrift ein Vertrag zustande.", warnt Gabriele Francke, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin.

(Verbraucherzentrale Berlin)

Google-Suchen nach "TSD telecom" und "freenet Cityline" garantieren Stunden lehrreichen Lesevergnügens. Ein Markenzeichen der TSD telecom - neben innovativen Formen der Kundenakquise - scheint ihre schlechte Erreichbarkeit bei Beschwerden zu sein. In diesem Zusammenhang vergleiche man auch die unterschiedlichen Vorwahlen für allgemeinen "Kundenservice" und Änderungen der Bankverbindung (0800) und "Fragen zu Rechnungen" (01805). Daß es der einzige Weg ist, zu erfahren, warum man entgegen allen Versprechungen so viel Geld löhnen muß, noch mehr Geld durch teure Hotlines zu löhnen - das gibt es auch in anderen Unternehmen. Und es werden immer mehr. Wem die Gespräche mit irgendwelchen Call-Center-Zombies über rätselhafte Zahlungen immer noch zu wenig unpersönlich sind, der möchte vielleicht dieses Geschäftsmodell aus einem ganz anderen Bereich als Kunde ausprobieren:

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) warnt vor betrügerischen Kaufangeboten im Internet. "In letzter Zeit häufen sich in Deutschland Fälle, bei denen Interessenten im Internet durch überaus preiswerte Angebote zum Kauf lebender exotischer Tiere verführt werden sollen", erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel.
Die Angebote haben einige Gemeinsamkeiten:
1. Die Tiere sollen aus dem westafrikanischen Staat Kamerun stammen.
2. Die Tiere werden zu Preisen angeboten, die erheblich unter
den üblichen Marktpreisen liegen.
3. Der Text der Angebote ist in sehr schlechtem Deutsch verfasst. (...)
Zeigt der Käufer Interesse an den Tieren, wird er aufgefordert, die Transportkosten (mehrere hundert Euro) per Western Union an den Anbieter zu überweisen. Der Kaufpreis soll i.d.R. erst nach dem Erhalt der Tiere gezahlt werden. Ist der Käufer noch nicht misstrauisch geworden und überweist diesen Betrag, wird er nach kurzer Zeit aufgefordert, noch einmal eine größere Summe zu überweisen, da die Tiere losgeschickt, aber leider an einem großen Flughafen in Europa (normalerweise Paris) festgehalten worden seien. Auch diese Nachricht erhält er auf elektronischem Weg. Durch die Adresse des Absenders wird suggeriert, dass die Nachricht unmittelbar von der Flughafenverwaltung versendet worden sei.
"Die Käufer müssen wissen, dass die angebotenen Tiere tatsächlich gar nicht existieren. Hier soll der potentielle Käufer nur betrogen werden. (...)"

(Bundesamt für Naturschutz)

Werbeversprechungen zu glauben, kann immer teuer werden: Bei tollen telefonischen Aktionsangeboten, die einen dicken Haken enthalten, der aber freundlicherweise nicht mitgeteilt wird. Bei der Verheißung von Freiminuten, die dazu führt, daß man einen Vertrag abschließt, ohne es zu bemerken. Und bei exotischen Tieren unter Marktpreis, die man niemals erhalten wird. Rätselfrage: Was davon sind seriöse Marketingpraktiken, was ist branchenüblich, und was ist Betrug?

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30.11.07

Fehler im System

A propos "Wettbewerb hieß früher, daß man eine Wahl hat": Vor vielen Jahren konnte man beim Kauf einer Bahncard ankreuzen, ob man eine automatische Verlängerung wünscht oder nicht. Dann kam der harte Wind des Wettbewerbs, der dazu führte, daß die Bahn heute ein weltweit führender Logistik-Dienstleister sein möchte statt eine popelige Einrichtung, die dem lächerlichen Zweck dient, Leute von A nach B zu transportieren. Zu den unglaublichen Vorteilen, die eine marktwirtschaftlich entfesselte Bahn dem Kunden bringt, gehört auch, daß man sich nicht mehr gegen eine automatische Bahncard-Verlängerung entscheiden kann, sondern gleich ein Zwangsabonnement nehmen muß. Das könne man aber gleich wieder kündigen, ganz problemlos, wurde mir vor ungefähr einem Jahr beschieden, allerdings erst nach Erhalt der Bahncard, ich müsse nur die Hotline für 14 Cent pro Minute anrufen. Auf Nachfrage wurde mir sogar ein kostenloser Weg eröffnet: einfach ein formloses Schreiben am Fahrkartenschalter abgeben, alles kein Problem. Nach so vielen Beteuerungen absoluter Problemlosigkeit war ich nicht besonders überrascht, vor anderthalb Wochen meine automatisch verlängerte Bahncard im Briefkasten vorzufinden.

Es war klar: An irgendeinem Punkt erwischt dich die kostenpflichtige Hotline doch. Ungefähr drei Mark später (inkl. 42 Cent für drei automatische Ansagen, das System sei überlastet) erfuhr ich, mein Schreiben läge durchaus vor, es könne jedoch sein, daß bei einer Systemumstellung im März ein Fehler usw. usf. Ich müsse nur die Bahncard zurückschicken, ganz problemlos, und selbstverständlich würde ich eine Bestätigung erhalten. Auf die warte ich nun seit einer Woche, während der ich regelmäßig zur Bank renne, um zu sehen, ob unterdessen die Gebühr für die Bahncard, die ich nicht wollte und die ich nicht einmal mehr habe, ganz problemlos abgebucht worden ist.

Was ich an der ganzen Angelegenheit bemerkenswert finde: Wie die Kundenfeindlichkeit, die man aus der Telekommunikationsbranche kennt und die dort "branchenüblich" ist: Verträge, aus denen man nicht mehr ohne größeren Aufwand herauskommt, unerklärliche Fehler in der Datenverarbeitung, die sich nur mit Hilfe überteuerter Hotlines lösen lassen, Kleingedrucktes, das auf maximale Unleserlichkeit hin optimiert ist, wie das alles langsam wirtschaftsüblich wird - und wie man sich schon daran gewöhnt hat.

Wer sichergehen will, daß er als Kunde bekommt, was er möchte, und nur das, wird über kurz oder lang nur noch Geschäftsbeziehungen eingehen können zu Menschen, die er persönlich kennt, Menschen, die einen beraten können ohne Sternchen hinter jedem Satz, die auf kleingedruckte Haken verweisen, Menschen, mit denen man sprechen kann, ohne daß der Gebührenzähler mitläuft, Menschen, bei denen man zur Not auch reklamieren kann, ohne auf das Funktionieren eines Computersystems und die Sachkenntnis des "nächsten freien Mitarbeiters" vertrauen zu müssen. Ein aussichtsloses Unterfangen. Denn das sind genau die Menschen, die ihren Laden in naher Zukunft aufgeben müssen, weil der Wettbewerb sie plattmacht. Dir bleibt die Alternative, dich entweder von dem einen oder dem anderen Großkonzern über den Tisch ziehen zu lassen. Immerhin: Du hast die Wahl.

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20.12.06

Nazichristen greifen an!

Hessens Einzelhandels-Präsident Frank Albrecht hat den Protest von Ordensleuten gegen das neoliberale Wirtschaftssystem vor Frankfurter Geschäften mit Nazi-Methoden verglichen. Die Christen hatten mit Plakaten vor Geschäften gestanden. (FR 20.12.2006:24)

Gestanden! Mit Plakaten!! Sind wir schon wieder soweit? Kein Wunder, daß Herr Albrecht sich an unselige Zeiten erinnert fühlt: "Es ist nicht demokratisch, auf die Straße zu gehen mit Plakaten, wie früher einmal geschehen". In der Tat bedenklich, daß solches Tun immer noch nicht verboten ist. Herr Albrecht ist dabei sogar noch großzügig, denn ihm "geht es nicht darum, dass jemand seine Meinung nicht sagen darf. Doch hier wird klar aufgefordert zur Konsumverweigerung und damit zum Boykott des Einzelhandels. Das ist nicht rechtens. (...) Im vergangenen Jahr fing das an, dass sie gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem demonstrierten mit dem Ziel, dass die Menschen auf Konsum verzichten. Das ist ein Angriff auf die Gewerbefreiheit, das passt auch nicht in unser Rechtssystem". Und schon gar nicht in die Weihnachtszeit! "Da sollte man aufeinander zugehen, versöhnlich sein" (Albrecht). Und vor allem Zeugs kaufen, bis es quietscht! Darum geht es doch bei diesem Fest! Also, Leute: Bitte konsumiert euch dumm und dämlich. Ihr habt noch drei Tage Zeit bis Heiligabend. Ihr wollt doch nicht die Grundlagen unserer Gesellschaft zerstören, oder? Und vor allem keine Nazis sein!

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20.9.06

Reden ist Silber

Man kann lügen, aber wenn's dann doch rauskommt, ist meistens der Teufel los, siehe Ungarn. Man kann aber auch die Wahrheit sagen: "Einen gesetzlichen Mindestlohn wird es mit der Union nicht geben. Da können SPD und Gewerkschaften sich an uns die Zähne ausbeißen" (Ronald Pofalla). Wozu sollte das auch gut sein? "Ein Mindestlohn ist wirtschaftspolitisch total falsch" (Ludolf von Wartenberg, BDI; FR 20.09.2006:1). Stattdessen lieber drei Jobs gleichzeitig, um die Blagen zu ernähren, das ist dann wirtschaftspolitisch genau richtig.
Oder man kann schweigen: eine immer mehr in Vergessenheit geratende Tugend. Möglicherweise bleibt mir bald nichts anderes mehr übrig. Übermorgen zieht bei mir endlich DSL ein; der Router ist schon da, der DSL-Splitter und die ominösen Zugangsdaten aus der Bedienungsanleitung nicht. Die Zeit läuft. Mach's gut, Internet, war schön mit dir! Wir sehen uns dann vermutlich im November wieder.

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5.9.06

Occam's Razor

Mit dem Entwurf für das neue Verbraucherinformationsgesetz "zeigt die große Koalition, auf welcher Seite sie steht" (taz 05.09.06): "Gerade weil die Industrie den Pranger fürchtet, erfanden die Gesetzgeber das Betriebsgeheimnis. VerbraucherInnen dürfen alles erfahren - außer dem Betriebsgeheimnis": beispielsweise, wo das verdorbene Fleisch gelandet ist. Das erinnert mich an eine Geschichte vor ein paar Wochen im SPIEGEL, in der es um die Weigerung der zuständigen Landesbehörde ging, Informationen über die Belastung von Wasser (verwendet unter anderem für Babynahrung) herauszurücken - alleine zum Schutz der abfüllenden Firma, ohne daß die Rechtslage dieses Vorgehen erfordert hätte. Die Behörde fühlte sich nicht der Gesundheit der Bürger des Landes verpflichtet, in deren Auftrag sie operiert, sie fühlte sich einem bestimmten Wirtschaftsunternehmens verpflichtet. Auf welcher Seite stand diese Behörde? Nicht auf deiner. Nicht auf meiner.
Nehmen wir einmal an, hierbei handele es sich um eine grundsätzliche Regel: Politik und Verwaltung schützen nicht die Interessen der Bürger, sie schützen die Interessen von Firmen. Plötzlich sind all die Rätsel, die sich dem interessierten Zeitungsleser täglich stellen, gelöst: Warum werden immer noch Steuersenkungen für Unternehmen als Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit propagiert, obwohl sich ein Zusammenhang von Steuersenkungen und Beschäftigungssteigerung empirisch nicht nachweisen läßt? Warum muß alles auf Teufel komm raus liberalisiert werden, auch wenn sich für den einzelnen nur Verschlechterungen daraus ergeben? Warum ist der abstrakte Standort so viel wichtiger als das Wohlergehen der konkreten Standortbewohner? - Ach so.
Zu vereinfachend gedacht? Erkenntnistheoretisch befindet man sich in guter Gesellschaft, wählt man die einfachste von mehreren unterschiedlichen Erklärungen für ein Phänomen, solange keine Widersprüche auftreten. Tag für Tag warte ich darauf, endlich einen saftigen Widerspruch zu dieser Regel zu hören, aber es kommt keiner. Oh, Moment; doch, da ist einer: Wir leben ja in einer Demokratie, also kann das alles gar nicht sein. Wie konnte ich das nur vergessen?

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1.9.06

Alternativen

Oh, schön: Die SPD will sich nun auch verstärkt um die "Leistungsträger" kümmern. Das wäre dann die vierte Partei (die Grünen mit eingerechnet) von fünfen im Parlament mit dieser Zielsetzung, denn "Wahlen werden immer in der Mitte gewonnen" (FR 01.09.2006:5). So macht Demokratie Spaß! Wie war das gleich noch mit der Dissidenz?

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31.8.06

Perlen und Säue (2)

Frankfurter Rundschau: Die CDU hat die Suche nach diesen Antworten unter das Motto gestellt: Mehr Gerechtigkeit durch mehr Freiheit. Merkel hat sich dazu erneut bekannt.
Heiner Geißler: Die Überschrift ist falsch. Wir bekommen keine Gerechtigkeit durch mehr Freiheit. Freiheit haben wir genügend - die Freiheit der großen Konzerne, Riesengewinne zu machen und Zehntausende von Menschen auf die Straße zu setzen. Was wir dringend brauchen, ist mehr Verantwortung bei allen, die Macht und Einfluss haben. (FR 22.08.2006:4)

Heute wieder heldenhaft den Standort gesichert, unter anderem durch den selbstlosen Kauf eines Sechserpacks Penny-Cola und mehrerer Industriewürstchen der Marke "Landfreund". Schließlich obliegt letztlich dem gemeinen Endverbraucher die Aufgabe, den Shareholder zu füttern, auf daß es ihm wohlergehe. Vielleicht liegt hier auch der Schlüssel zu dem ökonomischen Mysterium, daß die Öffnung von Märkten am Ende dazu führt, daß alles teurer wird; demnächst live mitzuerleben beim Börsengang der Bahn (FR 31.08.2006:2). Aber Wettbewerb muß sein, genau wie Standortsicherung immer sein muß. Bloß nicht nachfragen, warum! Sonst kommt raus, wie wenig sich hinter all den hohlen Floskeln verbirgt. Die Chancen auf eine ehrliche Antwort sind ohnehin gering.
Redlichkeit in den sozialen Beziehungen braucht man als Konsument erst gar nicht zu suchen; der Betrachter von Fernsehwerbung und so mancher Kunde eines Telekommunikationsunternehmens - beispielsweise - wird ein Lied davon singen können. Wie gut, daß wenigstens Anstrengungen unternommen werden, die Moral auf der Verbraucherseite zu stärken, wenn überall die Versuchungen des digitalen Zeitalters locken. Beim Lesen der Drohungen im Vorspann jeder DVD fällt einem wieder ein, wozu das Recht ursprünglich erfunden worden ist. Man darf sicher sein, daß der heraufziehende hochtechnisierte Polizeistaat Gesetz und Ordnung in dieser Hinsicht ganz besonders verteidigen wird. Sind nicht auch Raubkopierer Terroristen? Irgendwie?
So viel ist schon mal klar: Die Freiheit, von der so viel die Rede ist, ist nicht die Freiheit des Bürgers vor staatlicher Überwachung. Wozu auch - wir haben ja alle nichts zu verbergen. Und wir können auch bald nichts mehr verbergen. Ein Dissident zu sein, so wie der Geißler, wird dann natürlich ein bißchen schwierig. Ist aber auch unnötig - es ist ja alles so wunderbar.

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28.8.06

Perlen und Säue (1)

Ich hab's immer gewußt: Es lohnt sich doch, alte Zeitungen zu lesen, und seien es nur die von vor ein paar Tagen. Zwar macht das Geschrei der letzten Wochen nach noch mehr Videoüberwachung, Verbindungsdaten- und E-Mail-Speicherung, Zentraldateien und endlich auch "schärferer Kontrolle des Internets" (FR 24.08.2006:1, 4) auch im Rückblick keinen Spaß, aber wenn man genau sucht, kann man hier und da erstaunliche Perlen der Vernunft entdecken. So dürfte sich der interessierte Leser, dem bereits der stramme Marsch in den Polizeistaat reichlich faschistoid vorkommt, über die Warnung des "Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft" vor einem "um sich greifenden Faschismus in der Wirtschaft" erst recht freuen: "Das Wesen des Faschismus sei es, ein System für schützenswerter zu halten als die darin lebenden und arbeitenden Menschen (...). 'Bisher haben wir uns in der Bundesrepublik erfolgreich gegen politischen Faschismus gewehrt, nun scheint ein ökonomischer Faschismus genau dort um sich zu greifen, wo Unternehmen den wirtschaftlichen Erfolg über jede redliche Form des sozialen Miteinanders stellen'" (FR 15.08.2006:10).
Die zombieartig aus der Frühzeit der Industrialisierung wiederkehrenden Debatten über Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn, Jugendschutz in der Arbeit etc. fügen sich in diese Perspektive natürlich bestens ein. Eine "redliche Form des sozialen Miteinanders" gerät aber nicht nur innerhalb von Firmen unter die Räder, wie etwa der kreuzdumme Satz "Die vorzeitige Stilllegung der sicheren Kernkraftwerke in Deutschland läuft auf eine irreversible Schädigung des Standorts Deutschland hinaus" (Positionspapier von neun unionsgeführten Ländern, FR 23.08.2006:4) zeigt. Wir erinnern uns: Kernkraft ist eine Hochrisikotechnologie, die potentiell die Gesundheit jedes einzelnen Bürgers gefährdet. Wir erinnern uns ferner: Es geht gerne mal was schief, nicht nur potentiell, zum Beispiel in einem ganz, ganz sicheren schwedischen Kraftwerk, wo ein ganz, ganz sicheres Bauteil versagt hat, das auch in ganz, ganz sicheren deutschen Anlagen verbaut ist. Alles scheißegal, der Joker "Standort" schlägt alles. (Übrigens: "Die Kieler Atomaufsicht bestätigte Sicherheitsmängel am AKW Brunsbüttel, um dessen Laufzeitverlängerung gekämpft wird. 'Brunsbüttel entspricht nicht dem Stand modernster Sicherheit und Technik' und weise eine 'Reihe von Abweichungen' auf, räumte das Sozialministerium ein. Jedoch sei kein Punkt so gewichtig, 'dass er ein unmittelbares Abschalten des Reaktors erfordern würde'".)

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4.5.06

Mama, ich will auch!

Sobald es um den Standort geht, schaltet sich in bestimmten Köpfen der Verstand ganz automatisch aus. Anders ist beispielsweise das wiederholte Argument nicht zu erklären, Schleichwerbung im Fernsehen sei auch deswegen zu legalisieren, weil sich die europäische Branche in einem "immer schärferen Wettbewerb befinde", beispielsweise mit den USA, wo Product Placement erlaubt ist (FR 04.05.06:21). Erinnert ein bißchen an die Mahnung, den hiesigen Wohnungsmarkt schnellstmöglich für Spekulanten zu öffnen, weil sich sonst "das internationale Kapital womöglich nach Großbritannien" orientiert (FR 15.04.06:1). Nur die englischen Mieter ausgebeutet und nicht die deutschen? Klarer Standortnachteil! Und wenn woanders die Leute auf die Idee kommen, aus dem Fenster zu springen? Um Gottes Willen den Aus-dem-Fenster-Spring-Standort Deutschland nicht gefährden! Fenster auf und munter rausgehüpft, frei nach der selten hirnlosen Lebenseinstellung, die Katarina Witt an der führenden westlichen Nation so gut gefällt (FR 04.05.06:16): "Let's do it! Let's try it! Come on, we can make it!"

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