31.3.06

Trödeln 2.0

Most of the time, sagt Max Barry in "Jennifer Government", being a writer means sitting in front of a computer and fighting against the urge to play Minesweeper. Aber gilt das nicht eigentlich für das gesamte Leben in den technisierten Dienstleistungsgesellschaften des 21. Jahrhunderts, zumal wenn man "Minesweeper" durch "Spider Solitaire" ersetzt? Am Donnerstag steht mir der freundliche Heizungsableser der teha GmbH ins Haus, der bereits einigen Kummer gewöhnt ist. Dieses Jahr geht es allerdings darum, die Heizungen hinter Stapeln von Papier und uralter Hardware überhaupt erst zu finden. Trotzdem frage ich mich hauptsächlich, ob es nicht doch möglich ist, aus diesem Ding mehr als 1210 Punkte herauszuholen. Mist ... fehlt mal wieder eine schwarze Acht ...

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30.3.06

Ende erledigt, alle erledigt

Im Streit "Transparency International vs. Bloggerin Moni" sind zumindest die Konfliktparteien erstmal zufrieden. Aber wie lange? Für TI ist jetzt entscheidend, ob und wie die mediale Aufbereitung weitergeht. "Nichts" ist weder eine besonders kluge Krisenstrategie, wie man jetzt offenbar eingesehen hat, noch ist "nichts" ein publikumsbefriedigendes Endergebnis für eine Auseinandersetzung, die auf dem Weg zum PR-Desaster war.
Was die mediale Macht der Blogosphäre angeht, wäre es interessant zu wissen, ob die Angelegenheit ohne juristische Gegenmaßnahmen genauso ausgegangen wäre. Und der Abmahnwahnsinn durch stinknormale Firmen geht unterdessen sowieso munter weiter - und wird immer absurder.

Update: Zaghafte Dialogversuche auch im aktuellen Fall. Ob das jetzt immer so geht?

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29.3.06

Nichts. Wir machen einfach nichts.

- Ziel dieser Besprechung ist, eine Strategie gegen Moriarty zu entwickeln. Bedenken Sie: Er schreckt vor nichts zurück!
- Ich schlage vor, wir machen nichts.
- Nichts?
- Genau. Dieser Irre schreckt vor nichts zurück. Wenn wir also nichts tun, schreckt er vielleicht zurück!
- Ein alter Trick, könnte aber funktionieren! ... Moment mal! Woher soll er wissen, daß wir nichts tun?
- Wir kündigen es auf einer Pressekonferenz an!

Aus: Der letzte Sherlock Holmes.
Gleichzeitig PR-Strategie von TI Deutschland

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28.3.06

Blogger leben gefährlich

Derzeit sollte man sich zweimal überlegen, im Netz kritische Meinungen über Organisationen zu äußern, die finanzkräftiger sind als man selbst. Wo die Meinungsfreiheit in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen gerät, ist der nächste Justitiar nicht weit. An die Abmahnungen von Firmen haben sich erfahrenere Blogger fast schon gewöhnt. Neu ist, daß jetzt ausgerechnet Transparency International die juristische Keule gegen eine "Gedankenträgerin" schwingt. Die Blogosphäre schreit, wie zu erwarten gewesen wäre. Ob das Ganze nur ein Sturm im Wasserglas bleibt, hängt nun von den traditionellen Medien ab.
Die taz fängt schon mal an.

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27.3.06

Roland, bitte melde dich!

Was ist mit dem SPIEGEL los? Bislang konnte man sich darauf verlassen, in jeder, aber auch wirklich jeder Ausgabe ein Bild von Roland Koch präsentiert zu bekommen - mal groß, mal klein; wenn man großes Pech hatte, auch in jungen Jahren bei der Schülerunion. Ganz selten mußte man länger suchen, bis man ihn entdeckt hatte, wurde aber letztlich immer mit diesem gewissen Gefühl der Übelkeit belohnt, das einzig der Anblick dieses sympathischen Ministerpräsidenten auslösen kann. Der Zweck der redaktionellen Selbstverpflichtung erschloß sich uns - zugegeben - nie so ganz: Koch möglicherweise als optisches Gegengewicht zu den obligatorischen ein, zwei halbnackten Damen im hinteren Teil des Herrenmagazins, gewissermaßen als Peitsche zum Zuckerbrot?
Wir lernten jedenfalls, damit zu leben; schließlich braucht der Mensch Regelmäßigkeiten. Aber heute? Unser traditionelles Spiel "Such-den-Koch" blieb völlig ergebnislos, selbst die Abbildungen von Glos und Guido konnten uns nicht trösten. SPIEGEL - wir sind enttäuscht! Dafür aber nächste Woche bitte gleich zwei Fotos. Oder endlich den Starschnitt!! Sonst wäre unser Leben wieder ein Stück ärmer geworden.

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26.3.06

Paint it black

Jörg Schönenborn freut sich gerade, daß Baden-Württemberg es den Wahlforschern relativ einfach macht: "Hier gibt es nur ein Ein-Stimmen-Wahlrecht, das heißt, die Wähler können sich nicht entscheiden". Lukaschenko oder Oettinger? Nix gibts!

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Angela Merkel Secret Video Download Here

Eine Überwachungskamera filmte jahrelang "heimlich" Angela Merkels Privatleben (sprich: das Wohnzimmer), weiß die Netzeitung. Geht nicht, weil die Wohnung ein "Objekt der höchsten Sicherheitsstufe" ist. Sonst gehts - im Zweifel. Sicherheit, o hohes Gut! Man darf gespannt sein, was da noch kommt ...

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Lieb Vaterland, magst ruhig sein

Der Wahl-O-Mat ist sich nicht sicher, ob ich die Partei bibeltreuer Christen oder die APPD wählen soll. Ich bin verwirrt, bleibe zuhause und trinke.

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25.3.06

Der Präsi dreht ab

In Weißrußland ist das einfach: Wer gegen das Wahlergebnis protestiert, wird als Terrorist behandelt, versprach der dortige Geheimdienstchef Anfang der Woche. Ich hatte bislang das weißrussische System für eher anachronistisch gehalten, aber jetzt ist mir klar: Lukaschenko und seine Jungs sind die Männer der Zukunft! George W. hatte das seinerzeit nach seinem geklauten Wahlsieg noch anders gehandhabt, aber damals gab es ja den "Krieg gegen den Terror" noch nicht. Mittlerweile wird dank Abhör-Präsidentenerlaß und "Patriot Act" Amerika wieder so flächendeckend bespitzelt wie in den 50er/60er Jahren, nur mit ganz anderen technischen Möglichkeiten. Wir erinnern uns: Terrorism Information Awareness ist dasselbe wie Total Information Awareness! Da sollten sich Dissidenten (=Terroristen) gut ausfindig machen lassen, wenn in zwei Jahren die US-Verfassung leider geändert werden muß, um in diesen harten Zeiten des Krieges dem Präsidenten eine dritte Amtszeit zu ermöglichen (auch hier: Weißrußland avantgardistisch). Und der Krieg gegen den Terrorismus - dieser Krieg hört nie auf.

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23.3.06

Es ist eine harte Mann's Leif (Benny Hill)

Tagelange Müh & Plage, um die verstaubte Webseite wieder auf Vordermann zu bringen - nur um festzustellen, daß noch auf ca. 237 anderen Seiten Hitler, Pol Pot und Milli Vanilli zusammen vorkommen. Offenbar ist wirklich alles schon gesagt worden, vielleicht sogar schon von jedem.

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So jung ...

Ich stelle bei der "Charts Show" auf RTL erfreut fest, daß Ian Anderson trotz sichtlich fortgeschrittenen Alters noch imstande ist, Töne zu erzeugen, wenngleich Oliver Geißen mit ihm hauptsächlich über gesundheitliche Probleme sprechen möchte. Kurz vorher gelesen, daß Hans-Jochen Vogel und Frau jetzt in ein Altersheim gezogen sind: "Man sollte diesen Schritt tun, solange man noch einigermaßen beieinander ist." Guter Punkt! Ich denk drüber nach.

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18.3.06

... kommen wir nicht mehr zusammen

Nichts ist angeblich so alt wie die Zeitung von gestern, Johannes Heesters vielleicht ausgenommen. Dennoch erhellend die Lektüre einer uralten Frankfurter Rundschau, in der Jürgen W. Möllemann anhand eines graphologischen Gutachtens als "sehr lebendiger Mann" bezeichnet wird (FR-Magazin 19.05.01: 2). Man sieht: Auch an der scharfsinnigsten Analyse nagt der Zahn der Zeit.

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17.3.06

Morning has broken

Vögel seien die nächsten Verwandten der Dinosaurier unter den heute lebenden Tieren, behauptet die Wissenschaft. Gerade in Zeiten der Vogelgrippe stimmt dieser soziale Abstieg vom Herrscher der Welt zum putzigen Federvieh etwas traurig. Immerhin gut für den morgendlichen Lärmpegel, daß auf den Bäumen nicht auch noch tonnenschwere Monster hocken.
Projekt: Zu unmenschlichen Uhrzeiten neben ein Vogelnest stellen und "Ich will pimpern!" schreien. Vielleicht darf man auf Einsicht hoffen.

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15.3.06

Nimm dies, Oettinger!

Keine Schwaben, sondern zwei Badener treten die Nachfolge von Tatort-Kommissar Kienzle in Stuttgart an, schreibt mir die Frankfurter Rundschau: ein Ex-Mannheimer und ein gebürtiger Heidelberger. Das freut mein lokalpatriotisches und schwabenskeptisches Herz natürlich, und ich stelle fest: Sämtliche drei Metropolen des weltberühmten Rhein-Neckar-Dreiecks sind damit ab sofort im Tatort repräsentiert! Apropos Ludwigshafen ... nein, dazu sag ich jetzt nix.

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14.3.06

Zweitausendundsechs

Okay, "kleine Pause" beendet. Danke Erasco! Danke "Heiße Tasse"!

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