29.4.06

Kabinettsumbildung!

Neuer Minister für Entwicklungszusammenarbeit: The Incredible Hulk (CSU). Wenn das mal gutgeht ...

Labels:

28.4.06

Himmlische Heerscharen flying free

Von den Zeugen Jehovas aus dem Schlaf geklingelt. Vor lauter verpennt ganz vergessen, unhöflich zu sein, außerdem waren die Damen wirklich sehr nett. Ich war ohnehin froh, es nicht wieder mit abschlußorientierten Direktvertriebspartnern der Telekom zu tun zu haben, die nachsehen wollen, ob mein Tarif schon umgestellt ist. Zum Dank ein "kleines Traktat" bekommen, und was muß ich da sehen? "Alles Leid wird bald enden"! Die irdischen Königreiche zermalmt? Nie wieder Lindenstraße? Ich bin sofort dabei!

Labels:

27.4.06

Communication Breakdown

Ich weiß nicht, wie viele Wörter ich im Lauf meines mehrere Jahrzehnte umfassenden Lebens in Schreibmaschinen und Computertastaturen getippt und auf Papier gemalt habe - in Aufsätzen, Arbeiten, Notizen, Listen, Klausuren, Geschichten, Korrespondenz, nicht zu vergessen auch die gefürchteten Stellungnahmen der Fachschaft Soziologie. Aber es waren viele, und ich bilde mir ein, auch viele verschiedene, selbst wenn man die fallweise vom Word-Thesaurus (Shift-F7, bei den Stellungnahmen schätzen gelernt) vorgeschlagenen Synonyme außer Konkurrenz laufen läßt. Umso erschütterter bin ich jedes Mal, wenn die automatische SMS-Texterkennung meines Mobiltelefons bereits im voraus genau weiß, was ich sagen möchte. Sollte tatsächlich mein gesamter Wortschatz in einem kleinen, bei Ebay ersteigerten Kästchen wohnen? Gut, daß es Tammo Sachs gibt, der neulich versuchte, mir per SMS einige grundlegende Unterschiede zwischen Kerry King ("spannend"), Jeff Hanneman ("Stümper") und Kirk Hammett ("Schwuchtel", "Latino") zu erläutern. An der Welt der Metal-Gitarristen biß sich mein T9 die Zähne aus, allerdings auch nur knapp ("Jerry King", "Jeff Hannenan", "Kirk Hanneut"). Immerhin "Schwuchtel" hätte gar nicht funktioniert, wie ich eben überprüft habe: Nach "schwüchte" folgt ein politisch korrekter empörter Warnton, und die weitere Eingabe wird verweigert. Ist aber auch schon ein älteres Modell.

Labels:

18.4.06

Nobody knows the trouble I've seen

Ostern vorbei, Jesus immer noch tot. Mehr dazu in Bälde bei Popetown. Breaking News kommen hierzulande aus der Lindenstraße: Der unausstehliche Nico (Nomination für den schlechtesten öffentlich-rechtlichen Kinderschauspieler läuft) und Lea haben das Seifenkistenrennen gewonnen. Beide! Damit wäre wohl endgültig Marc-und-Penny-Niveau erreicht. Und ich weiß, wovon ich rede. Jawohl, ich bekenne hiermit: Ich sehe mir nicht nur jede Woche die Lindenstraße an, in voller Länge bis zum Geräusch am Ende, sondern lese auch jedes verfügbare neue "Marc & Penny"-Heft und pflücke obendrein monatlich voll Begeisterung Chrismon, das evangelische Magazin, aus meiner Zeitung. Niemand zwingt mich - ich bin weder evangelisch noch Kunde der Volksbank. Das muß kultureller Masochismus sein. Ist sowas heilbar? Oder ist meine vollständige Verblödung unabwendbar? Stay tuned!

Labels:

13.4.06

Fröhliche Wissenschaft

Der Pharmakologe David Nutt ist auf die bemerkenswerte Idee gekommen, einen Cocktail aus verschiedenen pharmazeutischen Wirkstoffen zu bauen, der die "entspannende Wirkung" von Alkohol ohne störende Nebenwirkungen wie Lallen, Torkeln und Kater erzeugen kann (Journal of Psychopharmacology via wissenschaft.de). "Natürlich seien eine ganze Reihe ethische, moralische und auch politische Fragen zu klären, bevor solch ein Cocktail tatsächlich auf den Markt gebracht werden könnte (...). In Anbetracht der vielen Gesundheitsprobleme wie Leberschäden und möglicherweise auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die als Folge von starkem Alkoholkonsum entstehen, könnte eine Alkoholalternative ohne solche Spätfolgen allerdings auch positiv bewertet werden".
Abgesehen davon, daß mir spontan die eine oder andere Substanz einfallen würde, die wesentlich entspannender als Alkohol wirkt und die Leber auch in Ruhe läßt, fragt man sich, warum Pharmakologen dürfen, was unsereinem verwehrt bleibt. Herr Nutt wird schon wissen, warum er sich für diesen Beruf entschieden hat! Falls niemand auf den Trichter kommt, daß es eigentlich schon jede Menge chemische Drogen gibt, und der Cocktail tatsächlich in Serie produziert wird, sind als nächstes die Humangenetiker wieder dran, an der "Schönen neuen Welt" weiterzubasteln.
Das Soma ist dann schon mal da.

Labels:

11.4.06

Sündenbabel Heidelberg

Achtung! Achtung!

Labels: ,

10.4.06

Verlautbarungen des Grauens

Beim Aufräumen gefunden: Magdalena Brzeska gratuliert der BARMER zum "Superbrand 2005" (BARMER Magazin 4/2005). Ich dachte, Krankenkassen wären eher gegen Alkohol? Interessanter dagegen ein Werbezettel der "Tagespost", die allein schon ihr genialer Slogan "Unsere Sprache: katholisch" sympathisch macht. Glaubt man der Eigenwerbung der Tagespost ("ein klares katholisches Profil ... eine kirchliche Position in Einheit mit dem Papst und den Bischöfen"), so finden sich dort nicht nur "fundierte, exzellent recherchierte Beiträge, die stets als seriöse Informationsquelle dienen", sondern auch "alle wichtigen Dokumente aus Rom - und das sofort und im vollen Wortlaut"! Dafür leistet sich die Tagespost sogar einen "eigenen Übersetzungsservice", der garantiert, "dass Sie unmittelbar mit allen Verlautbarungen des Vatikans versorgt werden". Ein wirklich verlockendes Angebot! So sehr ich auf Verlautbarungen stehe, fürchte ich doch, daß ich mit Rücksicht auf meine ausgeschöpften Papierlagerungsreserven die ausgestreckte Hand der Tagespost zurückweisen muß. Ein Grund mehr, der für den Online-Journalismus spricht: Die Verwaltung des ganzen Informationsmülls ist viel einfacher. "Wollen Sie diesen Ordner wirklich löschen?" "O ja, ja, ich will!"

Labels: ,

7.4.06

Sympathy for the devil

Warum wird eigentlich bei Straßenbauarbeiten, die vor deinem Fenster stattfinden, der Preßlufthammer ausschließlich in den frühen Morgenstunden eingesetzt, während der Rest des Tages weitaus leiseren Tätigkeiten gewidmet ist, etwa dem Streicheln des Straßenbelags mit einer Daunenfeder? Gibt es dafür einen okkulten logistischen Grund? Ist das die Rache an den Langschläfern dieser Welt oder einfach Tradition?
Früher dachte ich als aufrechter Linker, die Zuordnung eher unterer Schichten zu den besonders geräuscherzeugenden Berufen (Bauarbeiter, Müllmann, Bedienung von lärmigen Fertigungsmaschinen usw.) wäre nur ein Beispiel für die allgemeinen Ungleichheiten in der Arbeitssituation: laut, gefährlich, schlecht bezahlt, ein Fall für die Gewerkschaft also. Mittlerweile schreit in mir aber ein kleines Teufelchen: "Diese Schichten machen einfach gerne Krach! Fahren Akademiker aufgetunte Autos und Motorräder mit lärmoptimierten Auspuffanlagen? Apropos Autos: Sind bis zum Anschlag aufgedrehte Autoradios vielleicht nicht schichtspezifisch? Wer hat denn die ganz großen Subwoofer? Und warum kommt aus den besonders nervigen iPods nie Brubeck oder Bach? Dabei sind iPods noch die zivile Variante! Hast du dir jemals die Kiddies angeschaut, die GHETTOBLASTER mit Hip Hop und Türkpop in der Straßenbahn mit sich führen? Und die Besoffenen, die so RICHTIG laut grölen ..."
Spätestens an diesem Punkt ist es sinnvoll, das Teufelchen zu unterbrechen. Dazu genügt der Einwand: "Hör mir auf mit Schichten. Ich verdien doch auch nix". Dann ist es still.

Labels: ,

4.4.06

Planet der Affen reloaded

Tele 5 war neulich so nett, den bemerkenswerten Spielfilm "The Boys from Brazil" zu senden, allerdings in der um über 20 Minuten gekürzten deutschen Fassung, die auf die gewalttätigsten Szenen verzichtet. Ein IMDB-Benutzer hält den Film trotz seiner Brutalität für geeignet für Jugendliche, sofern man zwei kurze Nacktszenen überspringt. Preisfrage: Aus welchem Land kommt er? (Hinweis: In der dortigen Fernsehfassung sind die Nacktszenen herausgeschnitten, die Gewalt aber vollständig erhalten.) Tags darauf war in der Rundschau zu lesen, daß in immer mehr US-Bundesstaaten ein sogenanntes "Behaupte dich"-Gesetz eingeführt wird, das das Prinzip "Erst schießen, dann fragen" zur Verhaltensmaxime erhebt. Kein anderes zivilisiertes Land der Welt habe ein ähnliches Gesetz, meint ein Kritiker (FR 03.04.2006: 8). Der Wilde Westen lebt! Die Bürger der "anderen" zivilisierten Staaten könnten das für eine nette folkloristische Eigenheit halten, wäre nicht die amerikanische Außenpolitik nach demselben Muster gestrickt. Die vage Hoffnung bleibt, daß sich dort irgendwann alle gegenseitig erschossen haben, die das wollen. Für die internationalen Beziehungen wäre das jedenfalls kein Schaden.

Labels:

2.4.06

Einkaufen mit Westerwelle

Gestern im Handelshof: SCHON WIEDER alles umgestellt! Langsam frage ich mich, ob da nicht System dahintersteckt. Vielleicht hat die Verkaufspsychologie entdeckt, daß häufiges Umräumen den Verbraucher dazu anregt, bei der Suche nach seiner Tütensuppe die Warenwelten des entsprechenden Supermarktes neu zu erkunden? Bei einer Disziplin, die sich überlegt, welche Duftstoffe wann am besten ausgebracht werden sollten, um dem mündigen Konsumenten noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, würde mich das nicht besonders wundern. Der Handelshof (Lidl & Schwarz) ist mir sowieso verdächtig, seit die Kassiererinnen dort vorgeschrieben bekommen, beim Bezahlen die hundsblöde Ami-Frage "Waren Sie zufrieden mit Ihrem Einkauf?" zu stellen. Was soll man da antworten? "Nein, der tiefgefrorene Rosenkohl hat mich angefallen?"

Labels: ,

Alle Einträge

Archiv

September 2004  •  Oktober 2004  •  März 2006  •  April 2006  •  Mai 2006  •  Juni 2006  •  Juli 2006  •  August 2006  •  September 2006  •  November 2006  •  Dezember 2006  •  Januar 2007  •  Februar 2007  •  März 2007  •  April 2007  •  Mai 2007  •  Juni 2007  •  Juli 2007  •  September 2007  •  Oktober 2007  •  November 2007  •  Dezember 2007  •  Februar 2008  •  März 2008  •  April 2008  •  Juni 2008  •  Juli 2008  •  Dezember 2008  •  Januar 2009  •  Startseite