28.4.08

Warum ich so gerne Zeitung lese

Frankfurter Rundschau vom 28. April, Seite 4: Im Zuge der neuesten BND-Affäre - aktuell Bespitzelung einer Journalistin und des afghanischen Handelsministers - warnt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) "angesichts der Debatte vor einer Schwächung des BND. Deutschland benötige einen leistungsfähigen Auslandsgeheimdienst."

Seite 6: "Zur Terrorabwehr sollen Deutschland und die USA künftig nach besonderer Prüfung auch Informationen über das Sexualleben eines Verdächtigen austauschen dürfen. Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass eine Vereinbarung vom März auch regelt, dass Daten zu ethnischer Herkunft, politischer Anschauung, religiösen und anderen Überzeugungen sowie zur Mitgliedschaft in Gewerkschaften weitergegeben werden. (...) Der Passus diene dem Schutz sensibler Daten". Ich vermute, wir benötigen eine leistungsfähige Terrorabwehr.

Seite 11: Die SPD möchte die steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern begrenzen. "Wohlgemerkt: Es geht der SPD, soweit bekannt, nicht mal darum, Millionenzahlungen an die Manager zu begrenzen. Einschränken will sie nur die Möglichkeit der Firmen, sich die Spitzengehälter zum Teil vom Staat bezahlen zu lassen, indem sie sie von der Steuer absetzen." Gegenargument der CDU: Das "schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland".

Nur weiter so. Immer weiter.

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23.4.08

Das prickelnde Gefühl der Frische

Wer Kensington-Schnupftabak kaufen möchte, sollte wissen:

"Beginnen Sie mit kleinen Prisen. Schnuppern Sie den Snuff nur ganz leicht auf. Das bringt Ihnen den höchsten Genuß. Nehmen Sie sich nach der Prise ein paar Sekunden Zeit. So kosten Sie das Aroma des Snuffs richtig aus und können das prickelnde Gefühl der Frische genießen. Ich liefere Tabakwaren nur an Personen die 18 Jahre oder älter sind."

Das heißt: Damals als Neuntkläßler haben wir alles falsch gemacht. Aber auch wirklich alles.

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5.4.08

Interessen

Wie gut es doch alle mit uns Rauchern meinen! Nicht nur das DKFZ, vor dessen Fürsorge man sich kaum mehr schützen kann, auch die Pharmaindustrie tönt immer lauter, wie gerne sie bei der Suchtentwöhnung helfen möchte. Völlig selbstlos natürlich. "Die bundesweit eingeführten Rauchverbote sind ein guter Anlass, um mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist nicht einfach - doch eine neue Therapie zur Rauchentwöhnung kann ein Weg zum rauchfreien Leben sein", verlautet eine Pfizer-Anzeige im Stern. Ein guter Anlaß in der Tat! Womit die Frage "Cui bono" sich schon fast erledigt hätte. Abgesehen natürlich von den ubiquitären Kindern und Jugendlichen, denen die Rauchverbote in Kneipen pausenlos zugute kommen, weswegen ihr Ausruf "Ich liebe meine rauchfreie Kindheit" jetzt auch überall zu hören ist. Geht es noch ekliger? In der Pfizer-Anzeige schon: "Wer nicht bei Wind und Wetter vor Restaurants und Kneipen rauchen will. sollte jetzt den Rauchausstieg angehen". Oder alternativ auf die Justiz hoffen.

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